4. Woche Praktikum

März 20, 2008 von andiza

In der letzten Woche merke ich, dass ich mich allmählich einlebe. Ich kenne schon einige andere Lehrer mit denen ich in der Pause „klönen“ kann, ich verirre mich nicht mehr so oft und kann den Kaffeautomaten bedienen.

Ich habe zweimal in einer 10. Klasse unterrichtet und es hat mir richtig Spaß gemacht. Diese Spielchen um Ruhe gibt es da einfach nicht. Gerade beim Chemieunterricht habe ich gemerkt, dass die Mädchen sich viel mehr beteiligen und trauen nachzufragen als bei Ihrem männlichen Lehrer.  Vielleicht nur weil ich Praktikantin bin, vielleicht aber auch, weil ich eine Frau bin. Es stimmt mich auf jeden Fall positiv und ich hoffe, dass ich viele Mädchen für die Chemie begeistern kann!

Dann habe ich auch nochmal in einer 7.Klasse unterrichtet und ich habe es tatsächlich geschafft zu sagen: „Guten Morgen Klasse 7  “ und habe ohne mit der Wimper zu zucken das langezogene „Guten morgen Frau ..“ ertragen! Ich bin stolz auf mich. Es lief auch schon besser als die ersten Male, obwohl es immer noch schwierig ist für mich, die Schüler nach einer Gruppenarbeit ruhig zu bekommen, aber es wird besser.

Beim Hospitieren ist mir dann noch aufgefallen, dass ich mir wirklich mehr Gedanken über das Tafelbild machen muss. Gerade in der 5. Klasse ist das sehr wichtig, da die Schüler nur mitschreiben, was an der Tafel steht oder was zum Abschreiben angesagt wird. Viele Referendare, so meine Mentorin, knicken in der Unterrichtsvorbereitung ein Blatt wie eine aufklappbare Tafel und schreiben dann darauf, was sie an die Tafel schreiben oder zeichnen wollen. Super Idee, ist mir noch nicht mal ansatzweise in den Sinn gekommen.

Weiterhin hat mich überrascht, wielange man an einer flitzelig kleinen Folie diskutieren kann, soviel würde mit nie einfallen. Ich bin auch immer mit meinem Unterrichtsstoff so schnell durch, weil ich nicht lange genug warte, meinte meine Mentorin. Nach ein paar Sekunden schieße ich schon die nächste Frage nach. Warten ist die Kunst des Lehrers? Da muss ich noch hart an mir arbeiten, denn ich hasse nichts mehr als warten. Vielleicht sollte ich leise zählen…

Auch das Hospitieren beim bilingualen Geschichtsunterricht hat mir viel gebracht. Ich dachte immer man dazu perfekt in Englisch sein. Doch mir wurde gezeigt, dass man auch mal eine Vokabel nicht wissen darf und trotzdem den Respekt bei den Schüler behält.  Es ist schwierig immer genau das passende Wort auf Englische oder Deutsch parat zu haben, da man im Privaten nie so direkt versucht zu übersetzen. Ich hatte den Eindruck, dass man im bilingualen Unterricht das Thema intensiver durchnimmt und die Schüler so nicht nur eine weitere Sprache lernen, sondern auch mehr über das Thema behalten. Ich traue mir jetzt auf jeden Fall mehr zu, meine Fächer auch in Englisch zu unterrichten.

Abschließend kann ich nur sagen, es war eine anstrengende, lehrreiche und schöne Zeit. Ich musste lernen, dass ich noch viel zu lernen habe, positive Kritik positiv anzunehmen, doch mir wurde auch klar, das ist der richitge Beruf für mich! 

Ideale Stunde

März 2, 2008 von andiza

Gleich nach meinem Unterrichtsversuch habe ich bei meiner Mentorin hospitiert und war begeistert, nicht nur von ihrem Unterrich, sondern auch, dass ich den methodischen Ablauf erkannt habe.

Sie startete mit einem Foto und hat mit den Schülern zusammen eine Leitfrage ermittelt und an die tafel geschrieben.

Danach erhielten die Schüler Material, um diese Frage zu bearbeiten. Die Arbeitaufgabe war präzise formuliert und die dazu verfügbare Zeit an die Tafel geschrieben. Das Material war bewusst sehr schwierig gewählt, um die Schüler nicht zu unterfordern. Eine kleine Überforderung ist am besten, meinte meine Mentorin, damit die Schüler konzentriert und motiviert mitarbeiten.

Während der Arbeitszeit ist sie durch die Gruppen gegangen, um bei Fragen Hilfestellung zu geben. Sie hat Tips zur Lösung der Leitfrage gegeben, sie jedoch nicht beantwortet. Sonst würden sie später nicht mehr zuhören, hat sie mir später erklärt.

Danach sollten die Schüler aufhören zu schreiben, um aufmerksamer zuhören zu können. Wenn ein Schüler eine frage gestellt hat, hat meine Mentorin sie an die Klasse weitergeben und sie wurde gemeinsam beantwortet.

Die Schüler haben ihre Ergebnisse vorgestellt und die Mentorin hat sie durch Nachfragen zum Ergebnis geführt.

Ende.

Warum gelingt mir das nicht so? Es sah so einfach aus…

Doch immerhin, ich habe sie durchschaut!

Mal wieder unterrichten und aus Fehlern lernen…

März 2, 2008 von andiza

Diesmal habe ich mich GENAU an den Aufbau der Stunde gehalten wie es meine Mentorin macht und trotzdem läuft es nicht so glatt wie bei ihr. Gemein… Erst hinterher fällt mir auf, warum einige Phasen nicht so gut laufen.

Zuächst habe ich wirklich Probleme mit dem Tafelbild. Ich muss da ordentlicher werden und nicht so chaotisch von recht unten nach links oben schreiben.

Dann habe ich die Schüler manchmal unterfordert, so dass ihnen langweilig wurde und sie sofort lauter wurden. Wenn es dann wieder interessant war, waren sie wieder bei der Sache.

Ein weiteres Problem ist sicher auch, das ich die Schüler nicht persönlich ansprechen kann. Ich habe es mit Namensschilder versucht, die sie dann fröhlich vertauscht haben und ich für einen Lacher herhalten musste.

Außerem neige ich zum Pingpongwortspiel, sprich ich stelle kurze Fragen und die Schüler sollen antworten und dann wieder von vorne. Das Ganze dann auch noch sehr zügig, so dass ich immer schneller fertig bin als ich eingeplant habe. Ich lasse mir auch zu wenig Zeit für die Antworten der Schüler. Warten ist eine Kunst (die ich wahrlich nicht beherrsche, aber üben werde).

Ich habe auch Probem auf Bemerkungen von Schülern einzugehen, denn ich habe im Kopf, welche Antworten ich hören will, um an meinem nächsten Punkt zu gelangen. Umwege durch Bemerkungen von Schülern zu gehen, gelingt mir schwer. Erst nach der Stunde fällt mir ein, wie ich besser auf eine Bemerkung hätte eingehen können. Es liegt natürlich auch daran das ich nicht so fit im Thema bin, aber auch dass ich diese Fragen einfach nicht gewohnt bin. Übung macht den Meister, seufz….

Ach ja, noch ein Fehler von mir. Wenn ein Schüler eine Frage stellt, beantworte ich sie „ihm“ ganz brav und wundere mich warum die anderen lauter werden und nicht zu hören. Natürlich sollte ich die Frage wiederholen und an alle weitergeben und sie gemeinsam mit allen erarbeiten.

So viele Fehler, doch ich bin froh, dass ich sie jetzt, dank meiner kritischen Mentorin, erkenne und hoffentlich verbessern kann!

Außerdem kann ich dadurch auch anderen Unterricht kritischer beobachten. Plötzlich fällt mir vielmehr auf.

3. Woche Praktikum

März 2, 2008 von andiza

Jetzt ist schon die dritte Woche des Praktikums vorüber und ich habe viele neue Eindrücke und Gedanken zu verarbeiten. Leider klappt es mit dem bloggen nicht täglich, dafür habe ich es auf dem „Block“.

Wennn ich in der 5. Klasse hospitiere fällt mir besonders auf, worüber ich mir nie Gedanken gemacht habe. Zum Beispiel das Tafelbild. Die Schüler brauchen ein geordnetes Tafelbild mit Überschrift und eine Ansage was sie abschreiben sollen. Ist ja eigentlich klar… Auch die Begrüßung in den jüngeren Klassen ist mir fremd. Der Lehrer sagt: „Guten morgen Klasse 5″ und sie antworten:“Guten morgen Herr X“. Das kommt so leiernd, jedoch synchron raus, das ich mir das Grinsen kaum verkneifen kann. Bisher habe ich es nicht geschafft, die Klasse so zu begrüßen… Ich sehe jedoch die Notwendigkeit, wie sonst kann man der Klasse sagen, dass es jetz los geht?

Die jüngeren Klassen brauchen auch mehrere Selbstarbeitszeiten als in der Oberstufe, die man immer mit einplanen sollte, denn sonst werden sie unruhig. Am schwierigsten ist es jedoch für mich abzuschätzen auf welchem Wissensstand die Schüler sind. Was ist zu leicht und was überfordert sie. Und dann auch noch mein Fachwissen so zu übersetzten, dass die Schüler es verstehen, dass es richtig, aber nicht zu kompliziert ist, ist die wahre Kunst. Ich hätte nie gedacht, dass die Mittelstufe mir mehr Probleme bereitet als die Oberstufe.

Ein weiteres Problem über das ich frühe nie nachgedacht habe, wie gehe ich mit Schülern um, die ich absolut nicht mag. Allein dies zu schreiben erscheint mir gemein. Sicher sollte man sich nichts anmerken lassen, doch gelingt das immer? Gerade in den 5. Klassen ist mir aufgefallen, dass es Schüler gibt, die sich immer um Aufmerksamkeit bemühen. Sie melden sich immer und wollen unbedingt immer rankommen, sie gehen am Ende zum Lehrer und wollen ihm seine Arbeiten zeigen und möchten immer gern im Mittelpunkt stehen. Einerseits muss man ihren Arbeitseifer honorieren, andererseits sollte man auch leisere Schüler nicht übersehen. Mittelstufe, ganz schön schwer!

Selber unterrichten!

Februar 22, 2008 von andiza

Das sieht immer so locker aus, wenn das die Profi-Lehrer machen, doch ich habe ganz schön gearbeitet. Meine Mentorin nimmt sich sehr viel Zeit für mich, so dass wir den Unterricht, wie ich mir das vorstelle, einmal durchgesprochen haben. Die Fragen: „Welche Fragestellung hat Ihre Stunde? Was sollen die Schüler lernen? Warum sollen sie das lernen?“  haben mich erstmal durcheinandergebracht.  Doch es war eine gute Hilfestellung für die Vorbereitung. Im Unterricht selber lief es okay, doch ich hatte gehofft, dass die Schüler begeisterter mitmachen. Meine Mentorin hat mehrere Fehler erkannt, die mir hinterher auch klar wurden. Mein Arbeitsauftrag war zu unkonkret. Die Schüler waren zu sechst in Arbeitsgruppen, so dass einige nichts zu tun hatten. Besser wäre gewesen, wenn ich die Aufträge nochmals unterteilt hätte. Dann habe ich bei Fragen, den entsprechenden Schüler nur direkt angesprochen. Besser wäre gewesen, wenn ich mich an die ganze Klasse gewendet hätte. Beim Stellen des Arbeitsauftrages hätte ich besser für Ruhe sorgen sollen.  Doch das ist leichter gesagt als getan. Das ist schon mal ein Vorgeschmack aufs Referendariat, oh fröhliche Zeit. Ich freue mich natürlich über Kritik, so dass ich mich verbessern kann. Trotzdem nagt es am Ego… Nächster Versuch am Montag!

Chemietage und digitale Methoden

Februar 22, 2008 von andiza
Irgendwie fühle ich ich im Chemieraum heimischer, wahrscheinlich weil es mir bekannter ist. Hier ist der Raum und das anschließende Labor gerade renoviert worden. Wenn man im Gegensatz dazu die Uni sieht, kann man nur neidisch werden. Es gibt mehrere Abzüge für Schülerversuche und einen für Lehrervorführungen. Dafür ist eine Kamera installiert, so dass man auch in den hinteren Reihen nichts verpasst. Natürlich ist dafür ein PC mit Internetanschluss und Beamer installiert. Die Schüler erhalten ihreUnterlagen per Intranet und können auch so ihre Hausaufgaben abgeben. Arbeitsblätter werden trotzdem verteilt, doch zur gemeinsamen Bearbeitung zusätzlich aus dem Netz an die Wand geworfen. Zwischendurch wird auch mal die Tafel genutzt, denn ein Interactive Whiteboard gibt es nicht. Der Lehrer vermisst es auch nicht.
Ich war bei einer 8. , 10. und einem Leistungskurs der 12. Klasse und in allen Jahrgangsstufen wurden diese Vorzüge ausgenutzt. Sicher ist das auch ein Vorteil, wenn man einen Fachraum, wie das in der Chemie üblich ist, hat. Andere Fächer haben es da sicher nicht so gut. Doch die Schule hat mehrer PC-Räume, die genutzt werden können.
In der 8. Klasse haben wir ph-Werte von Wasserproben aus dem Teich im Schulgarten gemessen. Danach haben die Schüler diese Daten in den PC eingegeben und mit den Temperaturangaben an globe.gov geschickt. Die Schule übermittelt seit mehr als 10 Jahren Temperaturdaten and diese von Al Gore initiierte Organisation in die USA. Wow.
Gleichzeitig haben die Schüler am PC einen kleinen Test geschrieben und dem Lehrer per mail geschickt.
So wie ich das hier erlebe ist die Schule im digitalen Zeitalter angekommen und das Ende der Kreidezeit naht…

Start in die 2. Woche des Praktikums: Motivationsmöglichkeiten

Februar 19, 2008 von andiza

Der Montag gehörte nochmal voll meiner Mentorin und wir gingen zuerst in die 7. Klasse in den Geographieunterricht. Die Klasse war eine Woche auf Skireise und daher hat meine Mentorin die Klasse erstmal dazu einiges gefragt. Am Montag morgen ist das bestimmt wichtig, damit die Schüler erstmal wieder ankommen. Die Lehrerin hat auch thematisch Bezug zur Reise genommen, indem sie eine Abbildung eines Skigebietes zeigte, dass sie mit ihrem Urlaubsgebiet vergleichen sollten. Das hat die Schüler motiviert- am Montag morgen nach so einer schönen Zeit- mitzumachen. Danach haben sie thematisch weiter über Vor- und Nachteile von Tourismusorten diskutiert und für die Argumentation ihre eigene Reise  immer im Kopf gehabt. Das hat den Unterricht für sie spannend gemacht, so daß alle motiviert dabei sein. Wichtig  bei der Auswahl des Unterrichsstoffes ist also der persönliche Bezug wie es hier gerade gemacht wurde. Natürlich hat man nicht immer eine Reise dafür zur Verfügung, aber der Bezug zum Alltag ist da sicher auch sehr wichtig.

Wichtig für die Motivation ist auch, dass die Anforderungen nicht zu niedrig sind. Dann wird es für die Schüler zu langweilig  und sie schalten ab und stören. Wenn der Unterricht zu schwer ist, schalten wiederum viele ab, weil sie nicht mehr folgen können. Die gesunde Mitte mit ab und zu Mal etwas Schwierigeres ist sicher das Gelungenste für die Motivation der Schüler. Dies zu erkennen, erscheint mir ganz schwer, daher versuche ich viele verschiedene Klassenstufen im Unterricht zu begleiten. Bei den Fachtagen fanden einige Schüler sicher die Karteninterpretation zu banal und haben deshalb gestört. Außerdem haben sie den Bezug zum Alltag nicht erkannt. Was macht man da?

Wichtig ist auch, dass die Schüler den Lehrer für kompetent halten, denn nur dann respektieren sie ihn und seine Arbeit.

Das klappte in dieser Stunde alles super und wir gingen zufrieden in die Pause, die eigentlich kein Pause ist, wie ich erkannt habe. Nebenbei werden Raumänderungen, Vertretungen diskutiert. Magische Zettel hängen im Lehrerzimmer an den Wänden die alle fleißig abarbeiten?? An Pause ist eigentlich nicht zu denken und ich bin überrrascht wie alles so gut funktioniert.

In der nächsten Unterrichtseinheit begleitete ich meine Mentorin wieder in die 10. Klasse, diesmal jedoch zum regulären Geographieunterricht. Danach haben wir diskutiert wie wichtig der Aufbau der Stunde ist. Hat man eine Problemorientierung, sind die Schüler motivierter als wenn ihnen alles nur vorgekaut wird. Meine Mentorin hat Folien verschiedener Flüsse gezeigt und die Schüler dann interpretieren lassen  warum die Flüsse genau diese Formen haben. So wurden sie neugierig und waren interessiert bei der darauffolgenden Erarbeitung. Zum Schluss wurde die Folie zur Ergebnissicherung wieder aufgelegt. Hätte man den Schülern die Flüsse nur am Ende gezeigt, wären sie warscheinlich nicht so motiviert beim Thema gewesen, weil ihnen die Fragestllung, bzw. Problemorientierung gefehlt hätte.

Ganz schön anstrengend so ein Schultag!

1. Woche Praktikum

Februar 16, 2008 von andiza

Die erste Woche des Praktikums ist nur so verflogen und nach 6 Stunden am Tag war ich sogar zu erschöpft zum Schreiben, zumal das Leben Zuhause auch nicht stehen bleibt. Also:

Tag 1: Chaotisch, nicht nur für mich. An der Schule finden für die 10. und 11. Klassen Fachtage statt, da sie aufgrund von G-8 zusammen in eine Klasse gehen werden. Meine Mentorin leitet den Kurs „Von der Statistik zur Karte und zum Text“. Welch ein Glück für mich! Doch zunächst herrscht  große Aufregung, da die Gruppen durcheinander gewirbelt wurden. Nachdem das geklärt wurde, konnte die Arbeit jetzt allerdings in verkürzter Zeit losgehen.

Doch erstmal zu mir. Ich habe mich brav wie vorgeschlagen im Sekretariat vorgestellt. Keine Ahnung wie das angekommen ist. Dann habe ich meine Mentorin im Lehrerzimmer getroffen. Wie schon gesagt, alles war hektisch und ich habe überhaupt nicht verstanden, wie alles vonstatten gehen sollte. So bin ich nur brav mitgetrabt und habe zugehört.

Tag 2: Wieder Aufregung am Morgen. Meine Betreuerin war schon 1 Stunde vor Unterrichtsbeginn da und hat versucht die von den Schülern am PC erstellten Karten zu laden. Doch allmählich wird mir Einiges klarer. Die Schüler sollen eingeteilt in Gruppen, gemischt aus 10. und 11. Klassen, mehrere Stationen durchlaufen. An der Station vor uns erstellen sie eine Karte von Hamburg aufgrund von Mietpreisstatistiken, die ältere Klassen ausgearbeitet haben. Wir diskutieren dann diese Karte. Gute Farbwahl? Gute Legende? Überschrift? Der ganze Aufhänger war, „welcher Stadtteil sollte kleinere Klassen bekommen?“ Glücklicherweise war genau am Montag eine Karte der Jugendgewalt von Hamburg in der Zeitung, die man mit in die Diskussion nehmen konnte. Mir hat die Aktualität des Arbeitsauftrages super gefallen. Der Bezug zum Alltag ist damit ideal hergestellt, finde ich..

Diesen Tag habe ich auch genutzt, die Schüler zu beobachten, nach den Kriterien, die wir im Kurs aufgestellt haben.

Störenfriede: Traten vereinzelt auf, zeichneten sich nur durch Lautsein aus. Die Lehrerin hat sie immer wieder schnell „in den Griff bekommen“, entweder in dem sie kleine Witze machte, einfach um Ruhe bat oder Ruhe mit lauterer Stimme eingefordert hat. Klappt eigentlich immer.

Geschlechterverteilung: Erschien mir ausgeglichen.

Gruppengröße: ca. 20 Schüler

Migrationshintergrund: Fast nur Deutsche

Schulform: Gymnasium

Alter: Um die 16 Jahre

Erscheinen: Die Schüler wirkten alle sehr gepflegt, gekämmt und gefönt (macht mir Hoffnung für meinen 11jährigen Sohn), doch nicht übermäßig stylisch, Markenbewußtein war nicht auffällig. Die Schule hat auch Schul-T-shirts und Sweatshirt, doch die hat niemand getragen.

Stimmung: Wechsel von interessiert bis gelangweilt.

Tag 3: Nachdem ich nun 2 Tage meine Mentorin im Unterricht – 2 Gruppen je Tag- beobachten konnte, war jetzt ich dran. Die erste Gruppe war ziemlich unmotiviert. Das sah man auch an ihren Karten, die sie am Tag davor gemacht hatten. Sie waren alle unvollständig und einige fehlten sogar ganz. Ich habe darüber auch mit dem Lehrer, mit dem sie die Karten hergestellt haben, gesprochen. Er meinte auch, da es keine Zensuren bei diesem Projekt gibt, sind einige Schüler nicht sonderlich motiviert. Das finde ich schon frustrierend. So war es ganz schwierig die Schüler zur Mitarbeit zu bewegen. Am Anfang haben sie nicht mitgeschrieben, obwohl ich das eingefordert habe. Eine Mädchenklicke fing damit an und andere folgten. Meine Mentorin war am Anfang nicht dabei, was das  Verhalten wahrscheinlich unterstützt hat. Ich wußte nicht so recht wie ich mich verhalten sollte und man merkte genau, das sie auf meine Reaktion gespannt waren. Ich entschied mich dann dazu ihr Verhalten einfach zu ignorieren und freundlich weiter zu machen. Ab und zu habe ich auch gute Diskussionen erreichen können. Da habe sie ihren Boykott doch glatt vergessen.

Die zweite Gruppe war motivierter und so war die Mitarbeit auch stärker. Während ich die Schüler zur Mitarbeit antreiben mußte, habe ich gleichzeitig die Karten am Computer aufgerufen, gezoomt, neue dazugenommen.. Dadurch könnte ich mich nicht immer voll auf die Schüler konzentrieren, was ungünstig war.

Nach dem Unterricht habe ich mit meiner Mentorin meinen Unterricht diskutiert und sie meinte, dass ich „da vorne am richtigen Platz bin“. Das hat mich sehr gefreut! Diese drei Tage waren eine große Chance für mich, da ich meine Mentorin mehrer Male beim gleichen Unterricht beobachten konnte. Nie war es gleich!  Inhaltlich nicht und auch vom Klima nicht. Dann habe ich den gleichen Unterricht nachgebaut. Inhaltlich habe ich versucht dasselbe rüberzubringen, obwohl auch das nicht 100% zu schaffen ist, denn jede Schülergruppe reagiert anders und man muss andere Fragen stellen, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Meine Mentorin hatte die Gruppen eindeutig besser im Griff. Ich habe mir Gedanken gemacht, woran das wohl liegt. Sicher ist sie kompetenter, aber ein großer Vorteil war auch, dass sie viele Schüler kannte. Die persönliche Ansprache ist so wichtig, haben wir dann auch später noch diskutiert. Dabei sollte man das Lob nicht unterschätzen. Gerade auffällige Schüler kann man damit wieder zum Unterricht bringen. Beruhigend fand ich, dass nie Gemeinheiten oder Unverschämtheiten vorkamen, auch wenn sie mein Protokoll füllen könnten….

Tag 4:  Zum heutigen Tag sollten die Schüler in Gruppen einen Vortrag vorbereiten. Dazu haben sich aktuelle Themen aus der Tageszeitung genutzt. Eine tolle Idee zum Üben von Referaten. Außerdem sollte jede Gruppe aus 10. und 11.Klässlern gemischt sein. Auch geschickt. Das war wieder mein Zuhörtag. Doch ich war in einer Gruppe, die ich schon vom Vortag kannte. Alles war gleich vertrauter, auch für die Schüler.

Was ich richtig toll fand, dass die Lehrerin die zuhörenden Schüler in Gruppen „Sprache, Körpersprache, Inhalt“ eingeteilt hat. Sie sollten dann vestärkt auf diese Merkmale achten. Das hat super geklappt. Denn so konnte man die Schüler direkter ansprechen und es war einfacher für sie die Vorträge zu beobachten und zu beurteilen. Das haben sie total gut gemacht, sie waren wirklich motiviert dabei. Die Lehrerin hat ihre Kritik zum Schluss eines jedes Referates an jeden Schüler abgegeben und es ist ihr gut gelungen, positiv zu kritisiern, aber nicht zu verletzten. Fand ich total schwer. Man kann auch mal eine Scherz machen, haben wir hinterher diskutiert, aber er muss als solcher erkannt werden. Die Schüler waren sehr interessiert an ihrer Meinung. Die Lehrerin hat auch immer wieder erwähnt, dass auch Lehrer und sie natürlich auch, den ein oder anderen Fehler machen. So hat sie sich selbst manchmal zum Anlass eines Lachers zur Verfügung gestellt. Diese Lacher haben das Klima unheimlich aufgelockert und man konnte wieder konzentriert weiter machen. Das fand super. Gleichzeitig hat sie aber für absolute Ruhe während der Referate gesorgt und erklärt warum ihr das so wichtig ist: Respektlosigkeit vor der Arbeit der anderen.

Schwierig fand ich, dass man in der Position des Lehrers neutral bleiben muss. Ich hatte sooft eine Meinung zu den Themen und konnte mich kaum zurück halten als es um Obama gegen Clinton ging… Nur einmal hat die Lehrerin eingegrieffen, als eine Sache nur einseitig von einer Seite betrachtet wurde, hat sie versucht auch die andere Seite vorzustellen, aber ohne Partei zu ergreifen. Sehr schwer!

Zum Schluss hat sie noch einen Fragebogen über die Meinung der Schüler zu den Fachtagen verteilt. Ich fand das war eine runde Sache!

Im Lehrerzimmer sind wir dann meinen Unterricht für die nächste Woche durchgegangen- wenn wieder Alltag an der Schule herrscht.

Ich fand die Woche total interessant und habe mich auch über die freundliche Atmosphäre im Lehrerzimmer gefreut. Mal sehn was Montag gibt!

Reflexion der Reflexion

Februar 9, 2008 von andiza

Also, Donnerstag war nun der letzte Tag des Seminars und wir haben versucht zu reflektierern was gut und schlecht war. Viele Leute, viele Meinungen! Ich war überrascht wie anders einige Studenten doch manches empfunden haben.

1: Mikroteaching

Irgendwie habe ich nicht soviel daraus gelernt. Ich denke, andere haben da mehr davon gehabt, weil sie Bewertungskriterien ausgearbeitet haben, die sie dann jedes Mal durchgegangen sind. Ohne solche Hinweise fand ich es schwer zu sagen, das war gut und das noch nicht so, am Vortrag der anderen. Ich konnte auch nicht viel von den anderen Vorträgen lernen. Doch irgendwie hat es auch Spaß gemacht und mir sind andere Dinge klargeworden: Versuche sind anschaulich und wenn man selber etwas tut, merkt man es sich besser. Da war es ganz gut mal wieder in die Schülerrolle zu rutschen und einem Thema zuzuhören von dem man keinen blassen Schimmer hat. Allerdings leuchtete mir auch ein, dass sinnlose Versuche ohne Aha-Effekt tatsächlich sinnlos sind. Nur nacharbeiten was man theoretisch schon vorgekaut hat, ist auch langweilig. Außerdem haben wir darüber diskutiert, ob man immer die Fachsprache benutzen oder zur Veranschaulichung auch mal theoretische Sachen vermenschlichen sollte, wie „die Moleküle fühlen sich wohl“. Darüber hatte ich vorher nie nachgedacht. Also, so wenig hat mir das Mikroteaching dann doch nicht gebracht, aber halt nicht das was ich erwartet habe.

2. Lehrervorträge

Es war schon schade, dass kein Beispiel aus höheren Schulen kam, aber ich fand es spannend (okay, manchmal etwas langatmig, aber das lag sicher auch an der späten Zeit des Seminars) in andere Schulformen und Projekte reinzuschnuppern.

3.  Seminarleitervorträge

Die fand ich eigentlich ganz spannend, aber ich fand auch, da hätte ruhig mehr sein können.

4. Ende

Jetzt aber genug zum Seminar. Ich bin gespannt auf Montag. Doch wie ich 15 Seiten Praktikumsbericht füllen soll, ist mir unklar….

Semesterende

Februar 6, 2008 von andiza

Das Ende des Seminars naht und das Praktikum in der Schule rückt näher. Ich bin gespannt und hoffe, dass ich viel lerne.

Zusammenfassend zum Seminar fällt mir zuerst ein, dass ich mich freue über das Engagement der mitwirkenden Lehrer! Sie haben mir gezeigt, dass es auch motivierte Lehrer gibt, ganz im Gegenteil zum „Faul“-Image. Sie waren unendlich hilfsbereit und haben anschaulich die Möglichkeiten digitaler Methoden im Unterricht gezeigt. So blieb web 2.0 kein hohler Begriff für mich. Ich hoffe, dass ich auch mal auf ein Smartboard in der Schule treffe oder einfach eins einführen kann. Gerade die letzten Probierversuche am Board haben mir gezeigt, wie umfassend die Möglichkeiten hier sind. Die Kinder meiner Freundin gehen in den USA zur Schule und ich schwärmte ihr neulich am Telefon (ich wollte natürlich mit meinem neuen Wissen protzen) vom Interactive Whiteboard vor. Sie stutzte kurz und fragte dann überrascht: „Wie? Haben die in Deutschland noch diese alten grünen Tafeln? Meine Kinder habe keine Kreide mehr in die Hand bekommen!“ Mit meiner Angeberei war natürlich schlagartig Schluss und mir ist klar geworden, wie wichtig es für mich ist, da am Ball zu bleiben. Außerdem macht es auch Spaß!

Auch die blog-Beispiel an verschiedenen Schulen haben mich überzeugt. Ob zur Unterstützung des Unterrichts, zur Wissenssammlung, als Tagebuch oder zum Austausch- es kann den Unterricht nur bereichern. Ich unterrichte einmal die Woche Chemie in einer 12. Klasse und hoffe, mit den Schüler ein blog einrichten zu können. Gerade, weil ich nicht so oft vor Ort und für sie zu errreichen bin, ist das eine gute Ergänzung zum Unterricht. Mal sehen, ob ich die Schüler überzeugen kann.

Auch das Beispiel „Einsatz mit der Kamera in einer Grundschule“ hat mir gezeigt, mit welchen, letztendlich einfachen Methoden man die Schüler begeistern und zum Lernen motivieren kann.  Denn darum geht es ja wohl, dass die Schüler Spaß am Lernen haben!

Also, ich glaube das Seminar hat mir viel gebracht. Zwischendurch war ich manchmal unzufrieden, weil Vieles nur so angekratzt wurde. Ich hätte mir manchmal mehr Hilfestellung gewünscht, so dass wir vielleicht einmal zusammen an einem blog arbeiten oder am Board üben (kam ja zum Glück noch). Doch jetzt zum Schluss finde ich, dass ich einen guten Überblick erhalten habe und v.a. auch viele neue Ansprechpartner bei konkreten Problemen. Super!